Schauspiel

Die ehrbare Dirne – Jean Paul Sartre

Über das Projekt:

Gemeinsam mit meinen wunderbaren Kollegen Paul Graf, Sebastian von Malfèr und Julian Sark habe ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit an der Schauspielschule Krauss sowohl praktisch als auch theoretisch auseinander gesetzt.Betreut wurde ich im praktischen Teil von meinem Professor Michael Balaun und bei der theoretischen Auseinandersetzung des Stoffes konnte ich mich immer auf  Dr. Nicole Metzger verlassen.Besonders Michael Balaun ist es zu verdanken, dass mir Laufe meiner Ausbildung zahlreiche Knöpfe aufgegangen sind.

Ziel der Arbeit war es sich die Rolle ganzheitlich zu erarbeiten: Den Hauptteil des schriftlichen Diskurses bildete vor allem die ROLLENANALYSE. Zusätzlich setzte ich mich neben der Entstehungsgeschichte des Stücks „Die ehrbare Dirne“ (orig. „La putain respectueuse“) und Jean Paul Sartres Geistesströmung dem Existenzialismus, auch mit der damals herrschenden Rassentrennung auseinander und überprüfte dabei die aktuellen Verhältnisse der schwarzen Bevölkerung Amerikas.

Im Erarbeiten der Bühnenfassung ging es nun darum die erworbenen Erkenntnisse nun in die Tat umzusetzen und für das Publikum greifbar zu machen. Vorraussetzung dafür war jediglich die Auswahl dreier aussagekräftiger Szenen, in welchen die Hauprolle sich, bedingt durch die Handlung, entwickeln sollte.

Da Jean Paul Sartre seine Figuren eher sparsam mit Hintergrundinformationen ausgestattet hat , musste ich mich vermehrt mit den politischen Verhältnissen der  damaligen Zeit, bezugnehmend auf die im Süden Amerikas vorherrschende Prohibition, auseinandersetzen.

Möchtest du mehr über meine Auseinandersetzung mit diesem Thema wissen, dann kannst du dir hier meine Diplomarbeit durchlesen:

Diplomarbeit Sandra Riedl Schauspielschule Krauss (pdf)[wp-svg-icons icon=“folder-open“ wrap=“h3″]

Wiederaufgeführt wurde das Stück im Spektakel, hier geht´s zur Veranstaltungsbeschreibung.

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 Kurz zum Inhalt:

Lizzie, eine junge Prostituierte, beschließt im Süden der USA ihr Glück zu finden und dort sesshaft zu werden. In der ersten Szene erfährt man, dass sie auf ihrer Zugfahrt  Zeuge einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe junger weißer Männer und zwei schwarzen Männern geworden ist. Dabei ist

Was macht man mit Teufeln? Man treibt sie aus. Zähmt sie, schafft sie aus dem Weg. In diesem Boulevardstück, das auf Propaganda macht (oder umgekehrt), gibt es zwei Sorten Teufel, weibliche (die Dirne Lizzie Mac Cay) und farbige (der „Neger“ ohne Namen). Keine Frage, dass es Machtmenschen sind, die das religiöse Register ziehen und aus Menschen verschiedenen Geschlechts oder verschiedener Rasse Bürger zweiter oder ohne Klasse machen. Oder eben Teufel. Sartre hat mit diesem Stück einen Südstaatenschocker geschrieben. Kukluxklan-Ambiente. Herrenmenschen, die Mist bauen und andere zum Auskehren bitten. Das Gerücht geht, dass zwei Neger die Dirne Lizzie in einem Zugabteil vergewaltigen wollten und in diesem Unterfangen gestört wurden, wobei ein Neger getötet wurde und der andere fliehen konnte.

Im Laufe des Stücks wird Lizzie dazu gezwungen eine falsche Zeugenunterzeichnen, mit welcher sie ihren Erretter ans offene Messer liefert. Angetriebn von Gewissensbissen versucht sie alles um vorangegegangen Fehlentscheidung rückgängig zu machen.

Ohne Erfolg.